Wenn es um seine Identität geht und um den Ort, an dem wir uns befinden, besteht der junge Forscher auf Geheimhaltung. Christian K. ist Doktorand in einem Forschungslabor, in dem Hirnforschung betrieben wird. Und dazu braucht man Versuchstiere. "Ein Kollege von mir", sagt er, "ist vor nicht allzu langer Zeit mit einer Briefbombe umgebracht worden. Ich möchte nicht der nächste sein."

Ein paar Andeutungen sind gestattet: Die Geschichte spielt in einem westeuropäischen Land. Hier findet der Fortschritt innerhalb mediävaler Mauern statt. Der Ort ist ein Wunder der Ungleichzeitigkeit: draußen Ruinen aus dem vorigen Jahrtausend - drinnen Forschung auf der Schwelle zum nächsten.

Was soll dieses Affentheater?

In unzähligen Labors sind die Forscher auf der Suche nach der Welt im Kopf. Auch hier im Brain Lab werden die Argumente für eine heftige Debatte gesammelt: Wird das Erleben eines Menschen, eines Tieres durch die Aktion einzelner Zellen repräsentiert, oder ist das wechselnde Muster der Aktivität vieler Neuronen das Korrelat des Geistes? "Wir fischen", sagt der Forscher. "Eine Zelle im Hirn zu finden ist leicht. Aber herauszufinden, was diese Zelle repräsentiert - das ist schwer."

Dann führt er seine Pantomime fort.

Plötzlich knattert es. Auf dem Oszilloskop leuchtet es hellgrün auf: Zu sehen sind die Aktionspotentiale einer einzelnen Gehirnzelle. Gerade hat sich der Forscher gebückt, jetzt richtet sich sein Rücken langsam wieder auf - aus dem kleinen Lautsprecher kracht es geradezu.

Der Wissenschaftler lächelt. "Die Zelle, von der wir ableiten", sagt er, "ist offenbar eine, die einen Verbeugungsvorgang repräsentiert."