Die Behauptung, im Ruhrgebiet gäbe es keine Qualitätszeitung, entbehrt jeder Grundlage. Regionale Tageszeitungen sind natürlich nicht mit (überregionalen) Wochenzeitungen zu vergleichen, das weiß auch Frau Grunenberg. Der Wandel in dieser gebeutelten, aber auch faszinierenden Region wird von Männern wie WAZ-Chefredakteur Ralf Lehmann - um nur einen Namen zu nennen - beharrlich mitgestaltet. Vielleicht wäre ein gelegentlicher Blick in die großen Tageszeitungen des Ruhrgebiets hilfreich, um festzustellen, daß redaktionelle Vielfalt und "nationaler Gedankenaustausch" auch unter einem kaufmännischen Dach möglich sind.

Wolfgang Reichel, Essen

Nun gut, wenn auf der B1 mal wieder nichts mehr geht, können schon mal Welten zwischen Essen und Dortmund liegen - was jedoch nichts daran ändert, daß beide Städte zum Ruhrgebiet gehören. Wenn die geschätzte ZEIT also in der Unterzeile die Borbecker Nachrichten in Essen als letzte selbständige Zeitung des Ruhrgebiets nennt, sei der Hinweis erlaubt, daß auch die Ruhr Nachrichten, Dortmunds größte Tageszeitung, mit Erfolg die Angriffe der "feindlichen Truppen" des WAZ-Konzerns abwehren konnte. Nichtsdestotrotz wünschen wir der Borbecker und ihrem Herausgeber Walter Wimmer auch weiterhin Unabhängigkeit. Aus kollegialen und nicht ganz uneigennützigen Gründen.

Schließlich übernimmt das Essener Wochenblatt seit Jahren einen Teil der Wochenendausgabe der Ruhr Nachrichten.

Hermann Beckfeld Ruhr Nachrichten Dortmund