Kleiner Unterschied, große Folgen: Weil "Frau am Steuer" vorsichtiger fährt, zahlt sie weniger für ihre Autoversicherung als ein männlicher Fahrer. Aber: Frauen bekommen die Kinder und müssen daher für eine private Krankenversicherung tiefer in die Tasche greifen. Auch die private Rentenversicherung ist für weibliche Kunden teurer, weil sie im Schnitt sechs Jahr länger leben als Männer. Statistiken belegen, daß Frauen finanziell deutlich schlechter gegen Schicksalsschläge des Lebens gewappnet sind. Viel zu oft muß die Sozialhilfe einspringen, wenn eine Frau alt oder berufsunfähig geworden ist.

Der Verband Deutscher Rentenversicherungsträger hat errechnet, daß die durchschnittliche Rente einer Frau im alten Bundesgebiet nur bei 812 Mark liegt. Männer erhalten im Ruhestand durchschnittlich einen guten Tausender mehr. Warum dies so ist, liegt auf der Hand: Frauen verdienen weniger, sind häufiger als Teilzeitkräfte beschäftigt und können wegen ihrer Familienpausen seltener den für spätere Rentenansprüche wichtigen geradlinigen Lebenslauf aufweisen.

Zwar gelten Mütter als die Gewinnerinnen des Rentenreformgesetzes 1999, weil die Anrechnung von Kindererziehungszeiten bereits zum 1. Juli dieses Jahres verbessert wurde. Ausreichen wird die gesetzliche Rente für die meisten Mütter dennoch nicht. Immerhin sorgen nach einer Emnid-Umfrage im Auftrag der Allianz Lebensversicherung bereits drei von vier Müttern zusätzlich privat für ihr Alter vor, mit allerdings viel zu geringem Einsatz. Die Hälfte von ihnen spart nur höchstens 100 Mark monatlich an. Zum Vergleich: Für eine nicht gerade üppige private Monatsrente von 1000 Mark müßte eine vierzigjährige Frau über 25 Jahre jeden Monat 205 Mark in einen Rentenvertrag bei der Allianz investieren.

Eine von der Aegon Lebensversicherung in Auftrag gegebene Emnid-Studie zeigt, daß jede vierte Frau nicht weiß, wieviel gesetzliches Ruhegeld sie später einmal erhalten wird. Nur 8,2 Prozent glauben, daß die Rente ausreicht. Über die Möglichkeiten privater Vorsorge haben sich mehr als vierzig Prozent noch nie beraten lassen. Über siebzig Prozent der tausend bundesweit befragten Frauen wünschen sich aber persönliche Informationen über eine vernünftige Absicherung.

Diesen Wunsch nehmen inzwischen nicht nur Banken und Fondsgesellschaften, sondern auch Versicherungen gern auf. Dabei rührt sie weniger das Schicksal unversorgter Rentnerinnen. Vielmehr reizt der oftmals gut gefüllte Geldbeutel junger berufstätiger Frauen. Die Düsseldorfer Victoria etwa spricht mit ihrem "Frauenspezialplan" beruflich aktive Kundinnen unter dreißig an, die vor ihrer Babypause noch für ihr Alter sparen wollen. Beiträge werden nur in den ersten fünf bis zehn Jahren der Vertragslaufzeit fällig, der Versicherungsschutz bleibt auch darüber hinaus bestehen. Wenn sich Nachwuchs ankündigt, kann die Todesfallabsicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung aufgestockt werden. Wird die Kundin berufsunfähig, zahlt der Versicherer eine Rente und übernimmt die noch ausstehenden Versicherungsbeiträge.

Auch andere Unternehmen versuchen, den Bedürfnissen der weiblichen Kundschaft zu entsprechen. So hat die Münchner Versicherungsmaklerin Svea Kuschel mit der Colonia Lebensversicherung eine spezielle Rentenversicherung für Frauen entwickelt, bei der die Beiträge während der Laufzeit höher oder niedriger ausfallen können. Für die Absicherung der Kinder gibt es ebenfalls flexible Regelungen. Wichtig zu wissen: So sinnvoll flexible Vertragsgestaltungen für Kundinnen mit unregelmäßigen Lebensläufen sind - sie haben ihren Preis.

Frauen, die eine traditionelle Police bei einem leistungsstarken Anbieter abschließen, holen deutlich höhere Renditen heraus.