Richard Holbrooke hat sein Manuskript eigentlich zu früh abgeschlossen.

Seine Reisen nach Belgrad und in das bitter umkämpfte Kosovo in diesen Wochen erscheinen wie eine Fortsetzung seiner "Mission vom Krieg zum Frieden in Bosnien". Mit diesem Buch hat sich der vor kurzem zum amerikanischen UN-Botschafter ernannte Holbrooke auf der Höhe seiner Karriere ein Denkmal gesetzt.

Gewandt verbrämt er seinen Stolz mit bescheidenen Wendungen und lädt zum Staunen ein. Das Abkommen von Dayton, als dessen Architekt Holbrooke sich darstellt, war ein Wendepunkt in der Geschichte der internationalen Beziehungen nach 1989. Amerika kehrte als engagierte Vormacht nach Europa zurück

die Clinton-Regierung fand endlich zu einer klaren und unzweideutigen Außenpolitik

die Nato erhielt in Bosnien eine neue Aufgabe, die ihre Existenzsorgen milderte

Washington stellte das erschütterte Vertrauensverhältnis zu seinen europäischen Verbündeten wieder her

der bosnische Krieg wurde dauerhaft eingefroren.