Die Labour-Regierung predigt ihren Landsleuten zwar Gemeinsinn und vergöttert das Genossenschaftswesen - doch viele Briten hören einfach weg. Die Mitglieder der Bausparkasse Nationwide, der größten genossenschaftlichen Kreditinstitution des Landes, werden nächste Woche womöglich den exzentrischen Butler Michael Hardern und seine Freunde an die Unternehmensspitze wählen. Diese wollen die Genossenschaft auflösen, an der Börse notieren, und wahrscheinlich würde sie dann von einer größeren Finanzgruppe geschluckt. Die Kalkulation der Rebellen: Jedem Genossen fiele ein fettes Aktienpaket im Wert von bis zu 6000 Mark zu.

Voraussichtlich wird die Abstimmung knapp, und die anderen 70 britischen Genossenschaften zittern mit. Vor einem Jahr wurden nämlich schon solidarische Finanzriesen wie Halifax und Woolwich auf diese Weise umgewandelt. Butler Hardern ist bei Nationwide mit seinem Antrag bereits einmal unterlegen, doch er ködert jetzt mit neuen Angeboten: Wenn er gewinnt, will er an die Queen schreiben und ausgewählten Nationwide-Mitgliedern Sitze im Oberhaus verschaffen.