O Stern und Blume, Geist und Kleid,

Lieb, Leid und Zeit und Ewigkeit

Clemens Brentano

Panschwitz-Kuckau

Die Pilger der Moderne kommen mit dem Auto und gehen nur das letzte Stück zu Fuß, ein paar Schritte bis zum Kloster. Eine steile Straße führt hinab, vorbei an blühenden Gärten und hübschen Häuschen. Kinder verkaufen Kirschen und üben Marktwirtschaft. Vom Grauschleier vergangener Tage ist nichts mehr zu spüren.

In Panschwitz-Kuckau in der Oberlausitz, fünfzig Kilometer östlich von Dresden, herrschte die schläfrige Normalität eines sonntäglichen Dorfnachmittags, wären da eben nicht die Scharen von Kunstpilgern, die das Kloster der Zisterzienserinnen von St. Marienstern dieser Tage besuchen. Für vier Monate haben die Nonnen ihr Allerheiligstes geöffnet, die streng gehütete Klausur. Sachsens erste Landesausstellung ("Zeit und Ewigkeit") zum 750jährigen Gründungsjubiläum der Abtei erweist sich als Publikumsmagnet. In den ersten vier Wochen bestaunten 50 000 Menschen die Schätze, die die frommen Schwestern in Jahrhunderten anhäuften, Schätze, von denen sie oft selbst nicht wußten, wie wertvoll sie sind.

Auf dem weiten Klosterareal geht es am Wochenende zu wie auf einem britischen Universitätscampus. Die Besucher schlendern von einer Station zur anderen, werfen einen Blick in die Kirche oder lassen sich zu einem Picknick nieder, ohne Rummel und Hektik. Die Klausur mit dem Klosterschatz ist das Herzstück der Ausstellung