Die "Aussonderung" von Büchern ist an der Bibliothek des Goethe-Instituts Rotterdams ebenso wie an anderen GI-Bibliotheken in der Tat ein normaler Vorgang: Abgenutzte Exemplare werden ersetzt, Mehrfachexemplare werden aus Platzgründen abgegeben, ebenso - aus konzeptionellen Gründen - Bücher, die über mehrere Jahre hinweg nicht mehr ausgeliehen worden sind (wir sind eine auf Aktualität bedachte Informationsbibliothek). Solche Bücher können gegen ein geringes Entgelt erworben werden. Zu denen, die davon am häufigsten Gebrauch machen, gehören neben Lehrern, Studenten und Wissenschaftlern auch KZ-Überlebende. Bisher hat sich in 25 Jahren noch nie ein Niederländer darüber beklagt. Daß sich auch im Essay von Maarten Mourik unter der Widmung des Autors der besagte Stempel findet, ist ein Versehen, das im Eifer des Gefechts passiert ist und das wir bedauern. Daraus Schlüsse wie in dem Artikel zu ziehen ist allerdings völlig abwegig. Statt dessen hätte unser Institut Publizität dafür verdient gehabt, daß es zum Beispiel in den letzten fünf Jahren 69 deutschsprachige Autoren, zuletzt - am 25. Juni 1998 - Michael Rutschky, mit ihrer jeweils letzten Veröffentlichung dem niederländischen Publikum vorgestellt hat.

Benno Steffens-Hong Goethe-Institut, Rotterdam*