Ungeachtet aller Widerstände treibt Hoechst-Chef Jürgen Dormann den Umbau des Frankfurter Chemiekonzerns voran. Auf dem Weg zu einem Life Science-Unternehmen, das auf die Gebiete Gesundheit und Ernährung spezialisiert ist, kann der umstrittene Vorstandsvorsitzende einen wichtigen Erfolg verbuchen: Mit dem Verkauf seiner Polyethylen-Aktivitäten (Markenname: "Hostalen") an die von BASF und Shell beherrschte Firma Elenac haben sich die Hoechster nunmehr vollständig aus dem Geschäft mit Standardkunststoffen zurückgezogen. Gleichzeitig treten sie Teile ihres Polyester-Programms an den amerikanischen Hersteller Johns Manville ab. Mit beiden Transaktionen trennt sich Dormann von einem Jahresumsatz von 1,3 Milliarden Mark und rund 1350 Mitarbeitern.

Den Ausstieg aus der industriellen Chemie will der Konzernchef im Jahre 2000 abgeschlossen haben. Auf der Verkaufsliste stehen jetzt vor allem noch die Hoechst-Firmen Celanese (Grundchemikalien) und Ticona (technische Kunststoffe). Für beide Unternehmen mit einem addierten Jahresumsatz von gut zehn Milliarden Mark und knapp 15 000 Mitarbeitern bereitet Dormann einen gemeinsamen Börsengang vor. Bleiben schließlich der Wuppertaler Lackproduzent Herberts (Jahresumsatz 1997: 2,7 Milliarden Mark) und der Frankfurter Industriegas-Hersteller Messer (2,8 Milliarden Mark), den die Hoechster zu 66,6 Prozent gemeinsam mit der Familie Messer (33,3 Prozent) kontrollieren.