Washington

Wenn die Welt nicht den Lehren von Bosnien folgt und entschieden handelt, werden die zwei Millionen Albaner im Kosovo ein Schicksal erleiden, das weit schlimmer sein wird als das ihrer bosnischen Nachbarn.

Die Zeit für eine präventive Lösung ist vorüber. Die Möglichkeit, den künftigen Status des Kosovo bei den Gesprächen von Dayton zu regeln, wurde verpaßt. Jetzt sind sofortige und resolute Aktionen nötig, um einen Konflikt zu beenden, der jeden Tag an Schärfe zunimmt. Die forcierte Militärplanung der Nato und die jüngsten militärischen Übungen in der Region sind ein Schritt in die richtige Richtung.

Dennoch sind wir tief besorgt darüber, daß diese Entscheidungen nicht ausreichen werden, um eine menschliche Tragödie wie in Bosnien und eine mögliche Ausuferung der Gewalt und der Flüchtlingsströme über den Kosovo hinaus zu verhindern. Erfahrungen mit der Aggression gegen Bosnien haben zu zwei wichtigen Erkenntnissen geführt. Erstens: Der jugoslawische Präsident Milosevic reagiert nur auf eine glaubhafte Drohung und den Einsatz von Gewalt. Zweitens: Je länger wir uns mit Aktionen zurückhalten, um so schwieriger wird es werden, die Entwicklung im Kosovo zu beeinflussen. Wir müssen jetzt handeln oder uns später mit den zunehmend tödlichen Konsequenzen auseinandersetzen.

Wegen der bisher gemachten Erfahrung drängen wir deshalb Präsident Clinton noch einmal, unsere Verbündeten zu führen und drei sofortige Schritte einzuleiten. Erstens: Richten Sie ein Ultimatum an Milosevic. Wenn er die Angriffe im Kosovo nicht beendet, wenn er keiner Teilnahme an international geführten Verhandlungen zustimmt, wird die Nato Luftangriffe gegen militärische Einrichtungen in Serbien fliegen. Zweitens: Errichten Sie eine von der Nato kontrollierte Flugverbotszone über dem Kosovo

sollte sie verletzt werden, wird das mit schnellen und einschneidenden Militäraktionen geahndet. Drittens: Erweitern Sie die Sanktionen gegen Serbien, ein umfassendes Wirtschafts- und Energie-Embargo eingeschlossen.

Die Krise im Kosovo verlangt gleichzeitig nach schneller humanitärer Hilfe.