die zeit: Sie sind seit Januar Mathematikprofessorin, die einzige an der Universität Duisburg. Fühlen Sie sich nicht einsam so allein unter Männern?

Gerlind Plonka: Nein, eigentlich nicht. Die Mathematik ist zwar eine männlich dominierte Wissenschaft, und vor allem ältere Kollegen bezweifeln manchmal, daß eine Frau das auch leisten kann, aber mit solchen Vorurteilen muß ich derzeit nicht kämpfen.

zeit: Sie haben Ihr Studium noch zu DDR-Zeiten in Rostock beendet, war das da anders?

Plonka: Ja, da gab es weniger Vorbehalte gegenüber berufstätigen Frauen. In meiner Seminargruppe waren mehr als die Hälfte Studentinnen, darunter viele Mütter. Da war allerdings auch die Kinderbetreuung sehr gut organisiert. Ich konnte meine Tochter problemlos unterbringen und weiterstudieren.

zeit: Die deutschen Schüler schnitten bei der internationalen Schulvergleichsstudie TIMSS in Mathematik eher mittelmäßig ab, woran liegt das?

Plonka: Ich erlebe das nicht so. Das hängt ja auch davon ab, wie solche Daten zustande kommen. Es könnte höchstens daran liegen, daß viele Mathelehrer Schülern nicht den Spaß vermitteln, Aufgaben zu knacken, sondern als Lösungsweg nur Schema F anbieten.

zeit: Haben Sie schon einmal Ihren IQ testen lassen?