Noch viel zuwenig bekannt - trotz des Glanzes, der den Praemium Imperiale, den Kaiser-Preis, umgibt, trotz des Preisgeldes von 15 Millionen Yen (rund 260 000 Mark), den die Japan Art Association seit 1989 vergibt. Wird sich ändern, nachdem in der Vorwoche eine Jury, unter Vorsitz von Helmut Schmidt, im Münchner Prinzregententheater die Preisträger dieses Jahres benannt hat, die im Oktober in Tokio ausgezeichnet werden. Die Preisstifter werden aktiv, um einen "Beitrag Japans zur Verständigung der Völker durch kulturelle Aktivitäten" zu leisten. Präsident der Stiftung ist immer ein Mitglied des japanischen Kaiserhauses - daher der Name. Zur Zeit ist es Prinz Hitachi. In der Jury dieses Jahres, die sich von Fachleuten beraten läßt, waren neben Helmut Schmidt die Politiker Raymond Barre, Edward Heath, Yasuhiro Nakasone und die Industriellen Agnelli und Rockefeller. Ausgezeichnet wurden Künstler, deren Spezialgebiete Alfred Nobel nicht bedacht hat: der Maler Robert Rauschenberg, der Bildhauer Dani Karavan, der Architekt Alvaro Siza, die Komponistin Sofia Gubaidulina und der Filmregisseur Richard Attenborough. Den Nachwuchspreis (5 Millionen Yen, rund 65 000 Mark) erhält die polnische Nationalhochschule für Film, Fernsehen, Theater in Lodz. Sie investiert die Summe in einen Kurzfilm des Bosniers Denijal Hasanovic für sein Drehbuch "Duft des Regens".