Sauber sind Fußböden immer nur für einen Moment. Dann riechen sie noch ein wenig nach Putzmittel, so wie mein Hemd nach dem Abschied am Bahnhof noch ein wenig an ihr Parfüm erinnert. Ein Hauch von Melancholie, dann ist alles verweht.

Er kommt wieder, der Dreck. Sie kommt vielleicht nie wieder, denn sie meint, ich würde mich drücken, wenn es ans Saubermachen geht. Das ist natürlich falsch. Ich putze ausgesprochen gerne neuerdings, was mit ihr zu tun hat und mit Frau Blohm.

Jetzt bin ich alle drei Wochen mit dem Treppenhaus dran, eine willkommene Gelegenheit, diese neue Leidenschaft auszuleben: das feuchte Aufwischen.

Eine Wahl habe ich sowieso nicht. Wie Frau Blohm das anstellt, ist mir ein Rätsel, jedenfalls kann sie mir auf den Kopf zusagen, ob ich meine Mieterpflicht erfüllt habe oder nicht. Lange Zeit habe ich geglaubt, daß Frau Blohm im Treppenhaus einen Testschmutz anbringt, um herauszufinden, ob ich gewischt habe.

Mittlerweile weiß ich, daß das nicht stimmt, denn man sieht es mir einfach an.

Ich mache nach dem Putzen einen etwas wehmütigen, aber wahnsinnig gelösten Eindruck, so wie andere vor der Zigarette danach. Das war früher nicht so.

Daß es jetzt anders ist, das liegt an der, von der ich mich eben am Bahnhof verabschiedet habe. Als sie in mein Leben trat vor drei Monaten, da brachte sie eine grelle Plastikflasche mit.