Ron Sommer, Chef der Telekom, scheint mit einigen seiner Wettbewerber allmählich die Geduld zu verlieren. Nicht anders ist zu erklären, daß er seinem Konkurrenten WorldCom, der zugleich Großkunde bei ihm ist, die Servicenummern 0800 rigoros gekappt hat. WorldCom vermarktet diese Nummern an eigene Kunden weiter. Einige von ihnen boten nun den Stein des Anstoßes. So offeriert zum Beispiel First Telecom Handy-Nutzern auf der kostenlos zu erreichenden 0800-Nummer billige Gespräche ins Festnetz. Das aber verstoße gegen die Verträge, behauptet die Telekom. Davon könne nicht die Rede sein, erwidert WorldCom.

Nach einer einstweiligen Verfügung des Landgerichts Hamburg schaltete die Telekom die umstrittenen Nummern zwar wieder frei. Damit aber ist der Streit nicht ausgestanden. Der Fernmelderiese, dessen Infrastruktur im großen Stil auch von anderen Telephongesellschaften genutzt wird, argumentiert: Weil die Praxis von First Telekom de facto dazu führe, daß man den Rivalen subventioniere, will die Telekom nun mit WorldCom über die speziellen Tarife neu verhandeln. Vorsorglich aber legte sie Widerspruch gegen die Gerichtsverfügung ein.

Parallel zu diesem Fall überziehen sich derzeit auch Telekom und Mannesmann mit einstweiligen Verfügungen. Der Telekom wurde ein bestimmter Wortlaut gleich in drei Anzeigen untersagt, Mannesmann in zwei Fällen. Die Mobilfunktöchter der beiden streiten um den Begriff "Ortstarif" im Zusammenhang mit dem Handy. Jeder will der erste und wahre Anbieter eines solchen Tarifs gewesen sein.