Peter Mitterhofer war ein genialer Pechvogel. Er wurde 1822 in dem Südtiroler Ort Partschins geboren. In den Jahren 1864 bis 1869 erfand der gelernte Zimmermann ohne nennenswerte technische Hilfsmittel insgesamt fünf Schreibmaschinenmodelle, von denen das erste im neueröffneten Schreibmaschinenmuseum von Partschins zu betrachten ist. Wie eine Mischung aus Zither und Xylophon, auf den ersten Blick überhaupt noch nicht als Schreibmaschine zu erkennen, stieß die rätselhafte Maschine bei Mitterhofers Zeitgenossen jedoch auf wenig Interesse. Selbst die kaiserlichen Hofgutachter in Wien vermochten die wirkliche Bedeutung der Erfindung nicht zu erkennen.

So rosteten, trotz aller Nachfragen, Mitterhofers Vorführmodelle im Regalgewirr des Wiener Polytechnikums vor sich hin und verschwanden schließlich.

Inwieweit Mitterhofers Ideen ihren Weg aus dem Polytechnikum in die Vereinigten Staaten fanden, bleibt umstritten. Denn 1873 brachten die Amerikaner Shole und Glidden unter der Regie des Maschinenbaukonzerns Remington eine Schreibmaschine mit einer erstaunlichen Startauflage von 1000 Exemplaren auf den Markt. Die Remington-Modelle wurden zum weltweiten Verkaufsschlager. Die Remington "Number One", deren Ähnlichkeit zum Mitterhofer-Modell verblüfft, kann ebenfalls im neuen Schreibmaschinenmuseum von Partschins besichtigt werden - gleich neben dem Folgemodell aus dem Jahre 1878, das erst mit seiner Umschaltmöglichkeit auf Groß- und Kleinschreibung den technischen Stand der reifen Mitterhofer-Entwürfe erreicht.

Die einzelnen Etappen der Schreibmaschinengeschichte sind im Museum wie in einem Kuriositätenkabinett aneinandergereiht, auch ulkige Seitenwege: etwa eine "Schreibmaschine auf dem Rücken des Pferdes", die der französische Offizier Harry Viry 1914 erfand, um mitten im Manöver, hoch zu Roß, Texte abfassen zu können. Über Mitterhofer ist die Entwicklung der Schreibmaschinentechnik hinweggegangen. Unverstanden und ungefördert, starb der Zimmermann aus Partschins verarmt und vereinsamt am 27. August 1893 in seinem Heimatort, wo er an der Ostmauer der Dorfkirche begraben liegt.

Inzwischen tragen, außer dem Museum, eine Straße, ein Platz, die Mittelschule und sogar ein Hotel den Namen des verkannten Erfinders.