Es lag schon einige Zeit in der Luft, nun ist es amtlich: Die Deutsche Bank zieht sich aus der Beratungsfirma Roland Berger & Partner zurück, an der sie bisher 95,1 Prozent hielt. Sie behält lediglich einen Restanteil von knapp 5 Prozent. 1987 hatte der damalige Bankchef Alfred Herrhausen seinem Haus zunächst 24 Prozent der Münchner Consulting-Gruppe einverleibt, um den Kunden ein umfassendes Dienstleistungsangebot aus einer Hand bieten zu können. Das scheint im Zeitalter des Rückzugs auf "Kernarbeitsgebiete" für seinen Nachnachfolger Rolf E. Breuer entbehrlich zu sein.

Gründer Roland Berger hat die Gunst der Stunde jetzt genutzt. Durch ein Management-Buyout wird künftig die oberste Führungscrew des Unternehmens, bestehend aus 46 Topberatern (Partnern), gut 90 Prozent der Firma übernehmen.

Auch die zweite Führungsebene, die sogenannten Principals, soll beteiligt werden. Über den Kaufpreis schweigen sich alle Seiten aus.

Der sechzigjährige Berger wird künftig ebenso wie die Deutsche Bank 4,9 Prozent halten. Bis zum Jahr 2003 bleibt er Vorsitzender der Geschäftsführung und kann mit seinen Mehrstimmrechten die Geschicke der führenden deutschen Beratungsfirma, die im vergangenen Jahr 503 Millionen Mark Honorarumsatz machte, entscheidend beeinflussen. Roland Berger zufrieden: "Ich kann nicht überstimmt werden."