Wer von Amerika redet, meint meist nur die USA. Fatal, wie Susanna Schwager und Michael Heglin finden, denn in Mexiko heißen diese Amis schlichtweg Gringos. Einen tiefen Blick auf das Land hinter dem Metallzaun an der US-Südgrenze werfen die Journalisten in ihrer "Gebrauchsanweisung für Mexiko" (Piper Verlag 1998, 201 S., 28,- DM). In zwölf Kapiteln beschreiben sie kenntnisreich das Innenleben Mexikos und seiner Menschen. Ein Abschnitt über die Ureinwohner fehlt ebensowenig wie ein Blick in die Kochtöpfe. Kein Reiseführer, aber unentbehrlich für den Sucher der mexikanischen Seele.

Das Spanien, das nicht am Meer liegt, ist immer noch zu entdecken. Eine wohlüberlegte Auswahl der in Spaniens Mitte überreich vorhandenen Zeugnisse europäischer Bau- und Malkunst stellt Hans-Peter Burmeister in "Zentralspanien und Madrid" (DuMont Kunst-Reiseführer, 346 S., 44,- DM) vor.

Im Zentrum des Bandes steht die sensible Betrachtung der großen Gemälde im Prado: Sie allein sind etliche Reisen wert. Burmeister gelingt es, "die Entwicklung des europäischen Geistes anhand seiner Bildschöpfungen zu verfolgen". Exzellente Abbildungen machen den Band zur kunsthistorischen Augenfreude. Besuche in Zamora, Salamanca, Toledo, Segovia erschließen das spröde Innere Spaniens, das einst, im Goldenen Zeitalter, als Herz der westlichen Welt schlug.

Dem Werk Ernst Barlachs widmen sich in Norddeutschland vier Museen, die erstmals einen gemeinsamen Museumsführer (E. A. Seemann Verlag, Leipzig 1998, 96 Seiten, 12,90 DM) herausgegeben haben. Die größte Sammlung von Arbeiten des Bildhauers befindet sich in Güstrow, dem Hauptarbeitsort Barlachs. Dort sind Skulpturen, Zeichnungen und Manuskripte ausgestellt. In Ratzeburg bilden frühe Werke den Schwerpunkt, das Hamburger Museum stützt sich auf die Sammlung des Kaufmanns Hermann F. Reemtsma aus den dreißiger Jahren. In Wedel wird im Geburtshaus Barlachs dessen literarisches Schaffen gewürdigt. Der bebilderte Führer "Die Ernst Barlach Museen" stellt die Sammlungen vor, skizziert ihre Entstehungsgeschichte und gibt Hinweise auf Anfahrtswege und Öffnungszeiten - hilfreich für die immerhin 150 000 Besucher, die jedes Jahr in die Barlach-Museen strömen.