In Moskau gingen am vergangenen Sonntag die Weltjugendspiele zu Ende. Für niemanden waren sie wichtiger als für Bürgermeister Jurij Lushkow, der erneut demonstrierte, daß gelingt, was er anpackt. Die Sportler wohnten in brandneuen Hochhäusern und wetteiferten im modern umgebauten Stadion, ganz gleich ob sie nun blond oder brünett, schwarzer oder weißer Hautfarbe waren.

Außerhalb des Stadions jedoch endete die Zone der Toleranz. Die Polizei schloß die mobile Suppenküche der Médecins Sans Frontières. Bettler verschwanden aus dem Straßenbild. Milizmänner durchforsteten die Stadt. Vor allem Afrikaner und Kaukasier wurden auf die Wachen gebracht. Wer keine Aufenthaltsgenehmigung für Moskau besaß, wurde abgeschoben. Für die 7000 Sportler waren 32 000 Polizisten im Einsatz, weitere 100 000 standen abrufbereit. Das ist neuer olympischer Rekord.