Die Panne kam denkbar ungelegen für BNFL, den staatlichen Betreiber der britischen Wiederaufarbeitungsanlagen: Während fünfzehn Regierungsvertreter bei der Meeresschutzkonferenz in Lissabon über die Verseuchung durch flüssigen Atommüll aus Britannien debattieren, hat sich in der nordenglischen Anlage Sellafield ein neuer Zwischenfall ereignet. Überdruck in einem Container für Brennelemente hat radioaktives Material austreten lassen, das Lüftungssystem saugte es aus dem Gebäude auf das Firmengelände. Der betroffene Teil der Anlage wurde erst mal stillgelegt. Eine andere Anlage in Sellafield, die Brennelemente neueren Typs aufarbeitet, ist schon seit Wochen außer Betrieb. Grund: ein löchriges Rohr. Die Reparaturarbeiten ziehen sich hin: BNFL "nutzt die Gelegenheit, um gleich noch andere Dinge zu reparieren", heißt es bei der Firma.