Beim Internationalen Währungsfonds haben alle Mitgliedsstaaten eine bestimmte Menge Geld eingezahlt: ihre Quote. In Deutschland wird dieses Geld - anders als in den Vereinigten Staaten - den Reserven der Bundesbank entnommen. Es wirkt sich also nicht auf den Haushalt der Bundesregierung aus und kostet somit keine Steuergelder. Zum Teil schafft die Bundesbank das Geld neu, zum Teil überweist sie Devisen aus ihren Beständen und bekommt dafür sogar Zinsen. Die Quote, die Deutschland beim IWF eingezahlt hat, sichert der Bundesrepublik nicht nur Stimmrechte im Fonds, sondern ermöglicht ihr auch jederzeit Zugang zu Kapital. Deutschland hat also eine Art Sparkonto mit Überziehungskredit in Washington.

Sollte ein Land extrem knapp bei Devisen sein wie beispielsweise Großbritannien in den siebziger Jahren oder Rußland heute, kann es sich über die eigenen Einlagen hinaus Geld leihen - gegen Zinsen. Gerade für Länder mit unattraktiven Währungen ist das sehr wichtig: Sie können so Devisen bekommen.

Je mehr Finanzmittel ein Land jedoch leiht, desto strenger werden die Auflagen - schließlich will der Fonds sein Geld irgendwann wiedersehen. In der Vergangenheit haben die Schuldner das geliehene Geld immer zurückgezahlt oder zumindest umgeschuldet. Selbst Regierungen, die - wie etwa im Falle Mexikos - öffentlich ihre Zahlungsunfähigkeit erklärt hatten, waren nach kurzer Zeit zu Umschuldungsverhandlungen bereit. Denn wer beim IWF den Bankrott erklärt, bekommt nirgends mehr Geld. Gerade die ärmsten Länder stottern daher bis heute ihre uralten Schulden beim IWF ab. Immerhin über 80 Länder leben derzeit unter einem IWF-Programm.

Alle Quoten zusammengezählt, besitzt der Fonds etwa 200 Milliarden Dollar.

Allerdings ist seine Liquiditätsrate nach dem Rußlandpaket bedenklich gesunken. Um finanziellen Engpässen vorzubeugen, haben die Mitglieder 1997 eine Erhöhung der Quoten um 85 Milliarden Dollar vereinbart, die allerdings noch vom US-Kongreß blockiert wird. Notfalls könnte sich der Fonds Geld bei einzelnen Mitgliedern leihen - oder theoretisch sogar an die Kapitalmärkte gehen.