Männer haben's schwer. Vor allem, wenn sie Väter sind. Und vor allem, wenn sie in dieser Eigenschaft mit Nachwuchs allein unterwegs sind, der noch in den Windeln steckt.

Am Anfang läuft alles noch prächtig. Friedlich schlummert das Kleine im Buggy, Tragegurt oder Babysitz. Das Hungergebrüll nach dem Aufwachen verklingt sofort, wenn Papa Kekse und Teefläschchen oder Gemüsegläschen reicht.

Aber irgendwann gilt es, die Reste der Mahlzeiten zu entsorgen. Nein, nicht die Krümel. Geschrei und/oder ein deutlich wahrnehmbarer Geruch kündigen den Zeitpunkt unerbittlich an.

Wohin aber zum Windelwechseln, wenn man(n) unterwegs ist? Auf eine Toilette, klar. Fast jedes zweite Gast- oder Rasthaus und zahlreiche öffentliche Toiletten verfügen inzwischen über einen Wickeltisch. Nur: Der steht im Damenklo. Väter aber sind eindeutig "Herren". Also müßte der Papa den Nachwuchs zum Frischmachen eigentlich auf den - sicher viel zu kalten - Boden des Männerklos legen.

Die zweite Möglichkeit wäre, vorsichtig in die Sanitärgemächer mit der Türaufschrift "D" zu treten und bei denen, die dort weilen, auf Verständnis für das Dilemma zu hoffen.

Drittens könnte der Vater in Windelnöten sich das geliebte schreiende und stinkende Wesen vom Herzen reißen und einer fremden Frau aufhalsen mit der Bitte, es zu wickeln.

Geduldig warten, bis die öffentlichen Planer erkannt haben, daß Windelwechseln im ausgehenden 20. Jahrhundert eigentlich keine spezifisch weibliche Tätigkeit mehr sein sollte, kann der geplagte Kleinkindvater jedenfalls nicht.