Digital gespeicherte Werke können ohne jeden Qualitätsverlust beliebig kopiert, an jedem Punkt des weltumspannenden Datennetzes eingespeist und abgerufen werden. Veränderungen und Kombinationen sind mühelos möglich.

Welcher Autor oder Musiker ist künftig also überhaupt noch Herr seiner eigenen Stücke? Selbst das Grundgesetz dürfte sich als machtlos erweisen. Zwar schützt es das Urheberrecht sowohl als Persönlichkeitsrecht als auch als Eigentumsrecht. Doch wer will sich im unendlichen Cyberspace auf die Suche nach technisch versierten Rechtsbrechern machen?

Wernhard Möschel, Professor für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht an der Universität Tübingen, ist davon überzeugt, daß "das Recht allein keinen Schutz mehr bieten kann." Es müßten neue Rahmenbedingungen her, und zwar für die technischen Einrichtungen zum Schutz von geistigem Eigentum.

So versieht beispielsweise das Magazin Playboy seine Photos mittlerweile mit digitalen Wasserzeichen. Werden die begehrten Bilder illegal nachgedruckt, ist der Rechtsbruch auf diese Weise sofort nachweisbar.

Doch derlei technische Systeme bieten nur dann einen wirklichen Schutz, wenn sie sicher, international standardisiert und anerkannt sind - und das dürfte noch eine Weile dauern.