Erst jüngst trieben Computerfreaks mit den Freien Demokraten hierzulande ihren Spaß. Sie verschafften sich Zugang zu jenen Seiten, mit denen sich die Partei im Internet präsentiert, stellten die drei Buchstaben FDP auf den Kopf und plazierten dazwischen ihre frechen Sprüche. Auch in den Rechner der britischen Labour-Partei brachen Hacker schon ein. Peinlich: Sie installierten dort einen Link zu einem holländischen Sexanbieter. Es hätte schlimmer kommen können. Die harmlosen Beispiele zeigen gleichwohl, wie einfach es ist, Informationen im Netz zu manipulieren. Und nicht nur das: Schon heute gehen rund 5,3 Milliarden Mark jährlich durch Betrug mit Geld- und Kreditkarten oder beim Homebanking verloren, so die EU-Kommission.

Nichts und niemand aber kann im Cyberspace rundum Sicherheit garantieren. Denn Sicherheitsexperten und Codeknacker liefern sich einen atemberaubenden Wettlauf. Erst jüngst meldete die Fachzeitschrift Information Week, Hacker hätten ausgerechnet jene Verschlüsselung (SSL) geknackt, die unter anderem Kreditkarten-Transaktionen im Netz schützen soll.

Zur Zeit konzentriert sich die öffentliche Debatte auf kryptographische Verfahren. Verschlüsselungstechnik soll helfen, Informationen sicher speichern und austauschen zu können. Doch die Sache hat einen Haken: Auch Kriminelle können sich dieser Verfahren bedienen, um ihre Verbrechen effizient und sicher zu planen. Die ermittelnden Behörden und Geheimdienste fast aller Länder dieser Welt wollen deshalb die Freiheit bei der Nutzung von Verschlüsselungstechnik begrenzen. Eine ungewöhnliche Koalition von Computerfreaks, Datenschützern, Bürgerrechtlern, Wissenschaftlern, Industrievertretern und Bankern hält dagegen. Deshalb zeichnet sich weder in Deutschland noch auf internationaler Ebene eine Lösung ab.