Was der Kundschaft recht ist, ist den Lieferanten billig. Der Konzentrationsprozeß in der Automobilbranche hat auch die Zulieferindustrie voll erfaßt. Jetzt übernimmt die Continental AG, die Nummer vier im weltweiten Reifengeschäft, die Bremsen- und Chassissparte des US-Konzerns ITT Industries. Mit 3,5 Milliarden Mark wollen sich die Hannoveraner damit den Status des "Systemlieferanten" erkaufen. Reifen und Fahrwerk, so sieht es Conti-Chef Hubertus von Grünberg, würden zunehmend als "Systemeinheit" gesehen. Der Mann hat Ahnung, schließlich war er vor seinem Wechsel nach Hannover bei ITT eben für das Geschäft mit Bremsen und die damit verknüpften Wunderwerke wie ABS, ASR (Schlupfregelung) oder ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) verantwortlich. Mit dem Zukauf will Conti in die erste Liga der Zulieferer aufsteigen und den Umsatz von 11 auf 16 Milliarden Mark hieven.Zugleich wird das Unternehmen zur größten Konkurrenz des Marktführers bei elektronischen Fahrwerkhilfen, der Stuttgarter Robert Bosch GmbH.