REVOLISYON!

Kein Ort wurde von den alten Seefahrern als so paradiesisch beschrieben wie die karibische Insel Hispaniola mit ihrer Überfülle natürlichen Reichtums.

Wer sie heute überfliegt, erblickt aus der Luft eine messerscharfe Linie, die das graubraune Haiti, einst Inbegriff europäischer Sehnsucht nach den Tropen, von der grünen Dominikanischen Republik trennt. Dort wirft der Tourismus etwas ab.

Haiti dagegen wurde durch jahrhundertelangen Raubbau am Regenwald gemordet.

Die einst fruchtbaren Böden erodieren, 15 000 Hektar schwemmt der tropische Regen jedes Jahr als dunklen Schlamm ins Meer. Was soll da noch wachsen? Das Land übt Demokratie, doch den Alltag beherrschen Armut und Gewalt.

"Wie geht es dir, Imamou Lèlè O! Sieh, wie sie dieses Land vergeudet haben", singen Boukman Eksperyans zur Tochter des Meeresgottes Agwe. "Die Sonne, die schönen Berge, die großartigen Männer, die guten Frauen ... Haiti wird vergeudet. Pfui."

Dabei verbindet die elfköpfige haitianische Band Vorsänger-, Solo- und Chorstimmen mit typisch haitianischen Trommeln, mit Perkussion, Schlagzeug und Baß zu einer afrikanisch anmutenden, intensiven Stimmung: Ihre Musik ist vom Voodoo geprägt, bis heute die Religion der Deklassierten Haitis.