Es geht voran. Wir Deutschen spucken in die Hände und packen den Aufschwung an. Kreativität ist gefragt, und im Erfinden waren wir schon immer gut - man denke nur an die Herren Siemens, Diesel oder Bosch. So hören wir ohne große Überraschung, daß über vierzig Prozent der EU-Patente auf unser Konto gehen. Und das, obwohl manch eine unserer guten Ideen noch gar nicht offiziell registriert ist. Ein Freiburger Duo zum Beispiel hat sein Geschäft schon mal angeschoben, bevor sich die Zeit fand, die Mühlen der Bürokratie beim (ohnehin sperrigen) Patentamt zu bewegen.

Statt dessen haben die beiden Jungunternehmer massenhaft Briefe geschrieben und mögliche Konkurrenten darüber aufgeklärt, daß sie geistiges Eigentum besitzen - an dem auch in Deutschland allseits beliebten Döner Kebap. Den türkischen Imbißverkäufern, die weiterhin die würzige Spezialität feilbieten wollen, sei dies großzügig gestattet - vorausgesetzt, sie zahlen 500 Mark Lizenzgebühr pro Monat. Wir Deutschen sind erfindungsreich und blicken dabei sogar über kulturelle Grenzen. Die Globalisierung läßt grüßen. Und Al Capone auch.