Es gibt Dinge, von denen man sich nicht trennen mag, auch nicht während ein paar Stunden in 10 000 Meter Höhe. Doch dem Handgepäck sind Grenzen gesetzt: Einmal 55 x 40 x 20 Zentimeter lautet die Formel für die üblicherweise erlaubte Taschengröße. Gepäck dieses Formats paßt bei den meisten Flugzeugtypen genau unter den Sitz.

Ein gesetzlich vorgeschriebenes Maß ist diese Formel jedoch nicht. Die Internationale Vereinigung der Fluggesellschaften, IATA, fordert zwar, daß die Summe von Breite, Länge und Höhe des Gepäckstücks 115 Zentimeter nicht übersteigen soll. "Aber diese Zahl ist nicht bindend", sagt IATA-Sprecherin Emanuela Petracchi. Es bleibe den Fluggesellschaften überlassen, welche Gepäckstücke sie zuließen. So erlaubt die Lufthansa in der Economy Class ein Gepäckstück, in der Business und in der First Class zwei Gepäckstücke mit den bekannten Maßen und einem Höchstgewicht von jeweils acht Kilogramm. Wer damit nicht auskommt, kann noch einiges in die Hand nehmen oder sich über die Schulter hängen, bei der Lufthansa etwa eine kleine Kamera und ein Fernglas, einen Schirm, eine Handtasche, eine Babytragetasche und eine "angemessene Menge an Reiselektüre". Auch ein zusammenklappbarer Kinderwagen oder Gehhilfen dürfen mit an Bord.

British Airways läßt in den Buchungsklassen First, Club World und Club Europe neben dem Gepäckstück mit den erwähnten Maßen eine Aktentasche zu, die nicht größer als 45 x 35 x 20 Zentimeter sein darf. Beides zusammen soll höchstens neun Kilogramm wiegen. Reisende der Klassen World Traveller und Euro Traveller müssen mit einem Stück im Standardformat und sechs Kilogramm Gewicht auskommen.

Auf den Flügen der United Airlines zwischen Europa und den USA ist in der Economy Class ein Koffer mit den üblichen Maßen und einem Gewicht von 23 Kilogramm erlaubt, in der Business und First Class darf jede der beiden Taschen 32 Kilogramm wiegen. Die Vorschriften der Ferienflieger sind strenger. Condor und Hapag-Lloyd gestatten jedem Gast, eine sechs Kilogramm schwere Tasche mit den üblichen Abmessungen mitzunehmen. Bei LTU sind fünf Kilogramm erlaubt.

Daß aber niemand auf den Zentimeter und das Kilogramm achtet, bestätigen alle Gesellschaften. Nachgiebigkeit bei Größe und Menge des Handgepäcks ist für die Fluglinien ein Mittel im Konkurrenzkampf. Gerade aber wegen der steigenden Auslastung der Maschinen gefährde zuviel Handgepäck die Sicherheit, sagt Emanuela Petracchi. Amerikanische Fluggesellschaften hätten sich inzwischen an die US-Regierung gewandt und eine einheitliche Regelung für Handgepäck gefordert.

Wer ein Gepäckstück mit größeren Abmessungen partout nicht aufgeben möchte, muß sich ein zweites Flugticket leisten. British Airways beispielsweise erlaubt die Mitnahme eines Cellos. Der Musiker zahlt aber für sein neben ihm sitzendes Instrument noch einmal drei Viertel des Erwachsenentarifs in der gebuchten Klasse. Reist der Kunde zum Sondertarif, muß er für das Cello den vollen Preis bezahlen.