Erik, ein anderes Gruppenmitglied, lebt auch von der Stütze. Er ist muskulös und tätowiert. Wie Luc hat er Mühe mit Worten. Erik und seine Frau Bea sagen, sie seien seit zehn Jahren dabei. Drei Kinder haben sie. Erik hat einige der Photos und Videos aus Zandvoort gesehen. Er habe danach nicht mehr schlafen können: "So was muß aufhören", darum sei er dabei.

So diffus die Motive der Gruppenmitglieder erscheinen, so knallhart sind ihre Methoden. "Infiltrieren, observieren, konfrontieren, kontrollieren", sagt Marcel Vervloesem. Um der holländischen Polizei die Arbeitsweise zu erklären, seien gerade fünf Mitglieder zu Gesprächen nach Den Haag gereist. Er selbst besitze seit 1973 ein Diplom als Privatdetektiv, "hab' jahrelang studiert dafür, die ganze technische Polizeiarbeit, Spurensuche, Spurensicherung, Leichenuntersuchung". Auch einer seiner Mitstreiter habe ein Detektivdiplom, und dann sei noch ein Analytiker dabei, der habe auf der Universität "Analysmus gelernt". Begeisterung für die Ermittlungsarbeit sei entscheidend, "weil sonst kriegt man keine Resultate".

Seine Eltern seien arm gewesen, sein Vater früh gestorben, erzählt Vervloesem, die ersten vierzehn Jahre seines Lebens habe er in einem Kinderheim verbracht, daher sein Engagement gegen Unrecht und Ungerechtigkeit.

Ist er selbst als Kind mißbraucht worden? "Ja, sehr viel", sagt der Fünfundvierzigjährige. "Wenn jetzt einer sagt, das gibt's nicht, kann ich aus Erfahrung sagen, wie das Problem entsteht und daß es existiert."

Marcel Vervloesem besuchte die Grundschule und ging dann einer Tätigkeit nach, über die er keine Angaben macht. Seit einem Unfall bezieht er Erwerbsunfähigkeitsrente und versteht sich als Privatdetektiv. Wenn er von seinen Recherchen berichtet, sieht Philip Marlowe wie ein Waisenknabe aus. Am 11. Juni nach Mitternacht will er nach einem dramatischen Telephongespräch ("Vervloesem, kommen Sie, helfen Sie mir") im Wohnzimmer des Pornohändlers Gerrit U. gesessen haben.

Er habe sich dort umgeschaut, acht Computer erblickt und erst einmal eine harmlose Frage gestellt: Haben Sie einen Computerbetrieb? - Ja, habe Gerrit U. erwidert. - Hier? habe er gefragt. - Nein, in Zandvoort. - Dann haben Sie ein Problem, Sie sind auf dem Internet mit Kinderporno. - Nein, habe U.