gesagt. Daraufhin habe er, Vervloesem, ein eindeutiges Photo aus der Sesselritze gezogen, nach Disketten gefragt, sie kurz auf dem Computerschirm kontrolliert: Soso, da sind auch Babys dabei. - Dann habe er mit fester Stimme gesagt: Herr U., Sie haben ein großes Problem. Sie sind krank, und Sie werden erpreßt. Sollten Sie nicht besser mit diesen schmierigen Sachen aufhören? Ferien machen? Noch einmal schön leben? Geben Sie mir das ganze Material. Wir räumen dann für Sie auf und sorgen dafür, daß Sie nicht mehr bedroht werden.

Gerrit U. habe ihm vertraut, ihm alles erzählt und sogar noch einen Scanner geschenkt, damit er die Photos aus dem Internet kopieren könne, sagt der Privatermittler. Aber leider habe Gerrit U. zu lange gezögert: "Wenn er sich früher an uns gewandt hätte, hätten wir mit dem Material die betreffenden Herren ausspionieren und dem U. helfen können. Jetzt ist er im Himmel oder in der Hölle. Sein Tod in Italien war kein Unfall. Er wurde liquidiert."

Vergangene Woche war Vervloesem von der Polizei festgenommen worden: wegen Zurückhaltung von Beweismaterial. Er rückte es dann doch heraus, womit sein Einsatz eigentlich hätte beendet sein können. Aber aufhören? Jetzt, da er endlich anerkannt wird? Da der österreichische Außenminister seinen Glückwunsch geschickt hat, da selbst der frühere belgische Justizminister Stefaan de Clerck, wenn auch zähneknirschend, den "Morkhovener Freibeutern mit ihren nicht unumstrittenen Methoden" seinen Respekt bezeugt hat? Nein, Vervloesem hat sich Kopien gezogen und will weiterermitteln.

Es könnte ja auch sein, denkt der Mann mit den verbeulten Hosen und den braunen Pantoffeln laut nach, daß die Leute von Europol ihm einen legalen Job anbieten. Für gutes Geld würde er sich nicht lange bitten lassen.