Cowboys und Indianer, Trucks und Rodeo - der Wilde Westen als lebendiges Klischee. Auf den alten Routen der Planwagen und den Highways von heute reiste der Photograph Karl Johaentges sieben Monate durch die USA. "In keinem anderen Land erzählen die Verkehrswege so viel über die Entwicklung und Stimmungslage einer Nation wie in den USA", sagt er. Zuerst stampften Bisonherden durch die amerikanische Prärie, ihnen folgten Indianerstämme und später die Trapper auf ihrem Weg nach Westen. Und noch heute verlaufen Autostraßen und Bahnlinien auf den Spuren von damals. Achtzehn dieser Strecken stellt Johaentges in seinem Bildband "American Trails" (Stürtz Verlag, Würzburg 1997

204 Seiten, 230 Farbphotos, 39,80 DM) vor: Zu sehen sind nicht nur bekannte Attraktionen wie die Route 66, sondern es werden auch vergessene Wege durch Canyons und Nationalparks dokumentiert. Am Rande der geschichtsträchtigen Pfade portraitiert Johaentges Motorradfahrer am Truckstop und Reiter beim Rodeoturnier der Cheyenne Frontier Days, entdeckt verlassene Goldgräberstädte und Cadillac-Friedhöfe. Und stößt mitten am Times Square in Manhattan auf die erste durchgängige Ost-West-Verbindung der Vereinigten Staaten von Amerika: den Lincoln-Highway von 1913. Bis dahin hatten erst 150 Autofahrer die USA durchquert. Damals, als Autofahren noch ein Wildwestabenteuer war.