Mit einer Garbe aus der Maschinenpistole soll der 52jährige Allround-Handwerker Dietmar R. seinen ehemaligen Auftraggeber Michael S. zur beschleunigten Begleichung ausstehender Rechnungen gedrängt haben. Ein Fall fürs Hamburger Schöffengericht.

"Tja, am Waffenbesitz führt kein Weg mehr an vorbei, das ist wohl verboten", gesteht der Angeklagte. Die ebenso handliche wie gefährliche Waffe vom Typ Scorpion will Dietmar R. bei einem Kneipenbummel im Hamburger Stadtteil St.

Georg "ganz zufällig" erworben haben. Er sei an dem Abend schon ziemlich "im Brand" gewesen, da habe ihm ein Unbekannter einen Karton, prall gefüllt mit Maschinenpistole Scorpion, Revolver Colt-Magnum und fast 400 Schuß Munition, angeboten.

Zum Schnäppchenpreis von 2500 Mark will Dietmar R. zugegriffen haben. Die Summe habe er "zufällig" in der Tasche gehabt. Die Waffen lagerte er dann im Heizungskeller.

Sein Auftraggeber und Schuldner Herr S. habe ihn mit einem ungedeckten "Schüttelscheck" abgespeist, berichtet der Angeklagte. "Da sag' ich: Jetzt aber Schluß mit Arbeit!" Daraufhin habe der Boß sein Werkzeug eingeschlossen.

"Dann stand ich da: Miese, Miese, nichts als Miese, keine Arbeit, EC-Karte eingezogen, Dispo weg, Konto weg." Eine "Riesensauerei".

Schon mächtig erregt ging's in die Kneipe, dort wurde er von seinen Kumpeln bestärkt. So brach Herr R. mit der Scorpion auf nach Friedrichskoog, zum Haus des unwilligen Schuldners: "Da hab' ich dann in die Luft geschossen."