Große Namen, große Worte: "Wir werden ein weltweites Netz für das 21.

Jahrhundert bauen. Es ist ein großer historischer Augenblick", sagte der Präsident der größten amerikanischen Telephongesellschaft AT&T, John D.

Zeglis, am vergangenen Wochenende nicht ganz unbescheiden. Sein britischer Kollege und künftige Partner Sir Peter Bonfield, Chef von British Telecom (BT), stand dem um nichts nach: "Die beiden wichtigsten Anbieter marschieren nun Schulter an Schulter."

Kurz nachdem die mächtigen Fernmelder ihre Kooperation verkündet hatten, ließ eine weitere Meldung aufhorchen: Die US-Telephonriesen Bell Atlantic und GTE wollen ihre Kräfte ebenfalls bündeln. Die Fusion der beiden stellt den Plan von AT&T und BT weit in den Schatten. Es entsteht ein Telephonkonzern mit einem Umsatz von fast hundert Milliarden Mark. Und es ist - wieder einmal - der größte Zusammenschluß in der amerikanischen Wirtschaftsgeschichte.

Allerdings: Während die Allianz zwischen Bell Atlantic und GTE vorerst nur amerikanische Rivalen fürchten müssen, hat die Ankündigung von AT&T und BT auch die europäische Konkurrenz aufgeschreckt. Eine gegenseitige Kapitalbeteiligung oder gar Fusion ist in diesem Fall - vorerst jedenfalls - nicht vorgesehen. Die beiden Fernmelderiesen, die ihren jeweiligen Heimatmarkt dominieren, wollen zunächst nur ihre grenzüberschreitenden Geschäfte gemeinsam betreiben.

Der Plan muß vor allem dem Chef der Deutschen Telekom, Ron Sommer, Sorgen bereiten. Zwar hat er sich längst mit France Telecom und dem AT&T-Wettbewerber Sprint verbündet, um international agierenden Unternehmen einen globalen Service anbieten zu können: Global One heißt diese Allianz.

Doch bislang brachte der Kampf um die großen Kunden auf dem Globus diesem Gespann nur Verluste ein.