Sie haben es sicher schon bemerkt, liebe Leserin, lieber Leser: Wir leben in der Zeit der Verdrängungsmärkte. Von allem und jedem gibt es eine riesige Auswahl. Kaum ist ein neues Produkt auf den Markt gekommen, schlägt die Konkurrenz, fast ohne Verzögerung, ebenfalls zu.

Denken Sie an den ersten kleinen digitalen Camcorder: erst JVC, dann Sony. Oder den probiotischen Joghurt LC1 - inzwischen müßte ein Joghurt geradezu kontrabiotisch sein, um im Kühlregal noch aufzufallen.

Und wenn es rational zu komplex wird, schaltet der Mensch auf emotional um.

Die Folge: In der Kommunikation setzt man auf Gefühl. Man baut für Marken Gefühlswelten auf und schafft so emotionale Mehrwerte, die eine Marke über das banale Produkt erheben und von der Konkurrenz abgrenzen sollen.

So weit die Theorie.

Die Praxis: ein Sperrfeuer der Klischeebilder.

Baby + Hund = Familienglück, lachende Frau + Blumenstrauß = Frauenglück, Schmuck + Herz = Liebe, junge Leute mit Ami-Schlitten ("Geil,ey") = jugendliches Angebot, weißhaariger Herr beim Angeln oder mit Enkel = Sicherheit und sorgloses Alter, grauhaariges Pärchen auf Harley-Davidson = Vitalität und Spaß im Alter, Mann bei Küchenarbeit = selbstbewußte Frau.