ZEITmagazin: Als FBI-Agentin Dana Scully sind Sie in der Fernsehserie "Akte X" Verschwörern und Außerirdischen auf der Spur und können niemandem trauen, nicht einmal Ihren Vorgesetzten. Hat der Verfolgungswahn Sie auch im echten Leben schon ergriffen?

Gillian Anderson: Ich hoffe nicht. An Außerirdische habe ich aber schon immer geglaubt, und die vielen Informationen, die man in der Serie bekommt, haben mich in meiner Meinung noch bestärkt. Wenn ich nach anstrengenden Dreharbeiten nachts erschöpft in den Himmel gucke, weiß ich, daß das Universum viel zu groß ist, um die Möglichkeit auszuschließen, daß es darin noch anderes Leben gibt.

Anderson: Nein, aber er nervt. Ich kann mich nicht mehr in meinem Haus aufhalten, ohne daß Photographen versuchen, unbemerkt Bilder von mir zu schießen. Oft liege ich in der Badewanne und denke darüber nach, wie lächerlich das alles ist. Dabei bin ich wirklich nur an meiner Arbeit interessiert.

ZM: Das klingt tatsächlich unangenehm.

Anderson: Das ist es auch. Ich wünsche mir sehr, daß sich das öffentliche Interesse an mir endlich abkühlt. Je berühmter ich werde, desto schwieriger ist es, Beziehungen zu Menschen aufzubauen, denn viele lieben nur meinen Ruhm.

ZM: Deutsche und amerikanische Fernsehzuschauer haben Sie sogar zur "erotischsten Frau im TV" gewählt. Freut Sie das?

Anderson: Ja, natürlich. Scullys Unnahbarkeit macht sie sehr sexy, und viele Männer finden wohl auch ihre Selbstsicherheit und Intelligenz verführerisch. Als die Serie in den USA anlief, nannten mich viele Kritiker "eine unkonventionelle Schönheit", das empfand ich als Beleidigung.