Wer besucht Bayreuth, und warum? Was die Salzburger Festspiele seit langem praktizieren - den Festspielgast, den teuren, kultursoziologisch und tourismuspraktisch zu durchleuchten -, das versucht man nun auch in Bayreuth.

Man möchte wissen, wer die Bayreuth-Besucher sind und was sie zu Richard Wagner auf den Grünen Hügel treibt. Eine Studie der beiden Kulturwissenschaftler Winfried Gebhardt und Arnold Zingerle ("Pilgerfahrt ins Ich - Die Bayreuther Richard-Wagner-Festspiele und ihr Publikum", erschienen im Universitätsverlag Konstanz) gibt nun Auskunft - aufschlußreich, doch kaum überraschend. Demnach entstammen die Bayreuth-Besucher größtenteils dem gehobenen Bürgertum, sind etablierte, besserverdienende Akademiker und älter als 45 Jahre. Politisch tendieren sie ins konservative Lager oder zu den Liberalen. Die Opern-Präferenzen sind klar: Es führt "Der Ring des Nibelungen" (31 Prozent) vor "Tristan und Isolde" (21 Prozent).