Nach der von heftigen Protesten begleiteten Schließung des Goethe-Instituts in Reykjavik ist es ruhig geworden in Island. Durch den Martin Schmitz Verlag in Kassel erreicht uns jedoch die Mitteilung, Wolfgang Müller beabsichtige, das isländische Goethe-Institut in privater Initiative weiterzuführen. Auch wenn Müller bislang weder in der Münchner Zentrale des Goethe-Instituts noch bei der offiziellen isländischen Nachfolgeorganisation, dem "Deutschen Kulturzentrum Reykjavik", vorstellig wurde, bestehen keine Zweifel an der Ernsthaftigkeit des Unternehmens. Zwar soll der Künstler vor vier Jahren ins Visier Berliner Tierschützer geraten sein, nachdem er bezichtigt wurde, auf seinem Fensterbrett Blaumeisen für italienische Feinkostgeschäfte zu züchten, doch Müller konnte die Vorwürfe entkräften und hat durch seine jüngste Veröffentlichung im Schmitz-Verlag ("Blue Tit. Das deutsch-isländische Blaumeisenbuch - thysk-øslenska blámeisubókin") überdies nicht nur seine Liebe zu Singvögeln, sondern auch seine Kenntnis der isländischen Kultur unter Beweis gestellt. Nicht zuletzt überzeugt auch das Konzept des selbsternannten Nachfolgers: Müller will sich nicht auf Bibliothek und Sprachunterricht beschränken, sondern endlich der Elfenkunde die ihr gebührende Aufmerksamkeit schenken.