23 Millionen Internet-Surfer können nicht irren. Weltweit hat schon fast jeder zweite Internet-Benutzer die Homepage der Pathfinder-Sonde besucht. Und in den USA interessieren sich offenbar mehr Surfer für Marsgestein als sich an Präsidentschaftswahlen beteiligen. Doch was tun die Politiker? Sie kürzen der nächsten Marsmission die Mittel. Da man sich auf Regierungen nicht mehr verlassen kann, ist Privatinitiative gefragt - sagte sich der Amerikaner Robert Zubrin und rief die Mars-Gesellschaft ins Leben. Zur Gründungsversammlung Mitte August in Boulder im US-Bundesstaat Colorado haben sich auch etliche Nasa-Forscher angesagt. Vereinsziel ist die Erforschung und Besiedelung des roten Planeten.

Doch schon für Christoph Columbus galt: erst das fund-raising, dann das Abenteuer. Spendete jeder surfende Marsfan nur hundert Dollar, kämen einige Milliarden zusammen - laut Zubrin genug für eine kleine bemannte Marsexpedition. Zwar wird schon die internationale Raumstation mindestens vierzig Milliarden Dollar kosten, aber man weiß ja: Privat geht alles viel effizienter. Dennoch hofft die Marsgemeinde auf staatlichen Anschub. Zunächst will man spendenfinanziert eine kleine Robotermission bei der Nasa mitschicken. Damit soll öffentliche Aufmerksamkeit erregt werden, um den Spendenfluß weiter anzuregen. Klappt es schließlich mit dem bemannten Marsflug, ließen sich zusätzliche Mittel mit Buch- und Filmrechten hereinholen. Zubrin sieht sich schon als Jacques Cousteau des Weltraums.

Ob die Rechnung aufgeht? Der französische Unterwasserfilmer konnte seinem noch nicht so reizüberfluteten Fernsehpublikum seinerzeit jede Menge wundersames Meeresgetier vorführen. Zubrins Privatastronauten dagegen können von Glück reden, wenn sie im Marsboden ein paar Bakterien finden.