Wolfgang Schäuble, Theo Waigel und ihre beiden Generalsekretäre platzten fast vor Selbstgefälligkeit, als sie am Montag in Schwerin das Programm der CDU/CSU für den "Aufbau Ost" vorstellten. Euphorisch nennt das Papier das bisher Erreichte eine der "beeindruckendsten Erfolgsgeschichten dieses Jahrhunderts". Der Osten sei seit 1990 "sichtbar aufgeblüht".

Fehler? Nein! Versäumnisse? I wo!

Schön für die Wahlkämpfer der Union, daß es das Wort "weiter" gibt. Also verspricht die "Wahlplattform" zum Beispiel, die Union werde die Förderprogramme für die neuen Länder "weiter optimieren". Der Absatz von Ostprodukten im Westen soll "weiter gesteigert werden".

Den Jargon kennen die umworbenen Ex-DDR-Bürger gut. Schon in den Rechenschaftsberichten und Arbeitsplänen der SED wurde immer alles "weiter erfolgreich gesteigert", kam etwas "noch deutlicher zur Geltung" und wurde "weiter verbessert". In den Geschäften war das Angebot lausig - der XI.

Parteitag der SED beschloß 1986, "der Bedarf der Bevölkerung" müsse "noch besser befriedigt werden". Aus den Kraftwerksschloten quoll dicker Qualm - und die Partei versprach, es würden "weitere effektive Maßnahmen in Angriff genommen".

Früher jedenfalls, so vermerkte es das ND, folgte auf solche Worte "lang anhaltender, stürmischer Beifall".