Manchmal muß man schon genau hinschauen, zum Beispiel, wenn es um die Wahl des Wahltermins geht. Die Bundesregierung, die dem Bundespräsidenten den 27. September für den Urnengang empfohlen hat, scheint das versäumt zu haben.

Mittlerweile dürfte sie diesen Fehler bitter bereuen. Denn das Kalkül, zum Herbstbeginn mit prächtigen Daten über einen blühenden Arbeitsmarkt aufwarten zu können, wird sich kaum erfüllen. Im Juli waren wieder über 4,1 Millionen Menschen ohne Job, weit mehr als im Monat zuvor. Und im August, dessen Ergebnis elf Tage vor der Wahl präsentiert wird, sieht es nach aller Erfahrung noch nicht viel besser aus. In Urlaubszeiten heuern die Unternehmen eben nur wenig neue Mitarbeiter an. War das der Regierung nicht bekannt?

Anfang Oktober, nach den Septembereinstellungen, hätte sie die Trendwende vermutlich besser verkaufen können. Jetzt aber könnte der Schuß nach hinten losgehen, zumal der Präsident der Bundesanstalt sich tapfer weigert, die offizielle Statistik schönzureden.