Das Fernsehen selbst macht sich über die Tussi lustig, über diesen Programm gewordenen brünetten Blondinenwitz namens Verona Feldbusch. "Extra drei" bedenkt sie mit Hohn, und die treffliche Maren Kroymann legt eine Parodie der Spitzenklasse vor. Das Elend ist nur, daß all diese Polemik an einer Figur wie Feldbusch abgleitet wie das Wasser an der Gans: sie hat ihren Dummchenappeal längst in ihre Selbstinszenierung eingebaut und fährt bestens damit. Die Sendung "Chatten mit Verona" etwa wird beworben mit dem hysterischen Ausruf: "Welchen Knopf soll ich bloß drücken?"

Jetzt schmeißt die Doofe vom Dienst freitags eine Late-night-Show "mit Gästen"; der Clou ist ihr privates Wohnzimmer, das ganz wie in echt im Studio nachgebaut wurde. Im Kleiderschrank ist zwar einstweilen "nichts drin", aber die Eckcouch mit Platz zum Füßeln und der Korb mit dem aus Gips oder Plastik nachgebildeten Hund sind ziemlich authentisch. Verona selbst ist auch vorhanden, mit allen ihren Beinen und der berüchtigten Kieksstimme, die nach jedem dritten Satz in einem entrückten Kichern wegbricht. Heiser kreischend begrüßt sie Ingolf Lück. "Du hast bestimmt viel zu erzählen." Lück: "Nö." Und Feldbusch freut sich. Diese Verstöße gegen die Usancen der Talk-Show sind ganz in ihrem Sinn.

Sollte ein derart aufklärerischer Effekt von der chattenden, peependen, talkenden Verona ausgehen, so ist es gewiß kein strategischer, aber auch kein zufälliger. "Ich bring' da manchmal was durcheinander", sagt sie, und es klingt weder naiv noch kokett. Statt dessen künstlich und fast komisch.