Wie ein altes Lied ist dieser Film. Melodie und Text sind bekannt. Und doch klingt es, als höre man es zum allerersten Mal. Ein älterer Detektiv, zwei abgehalfterte Hollywood-Stars, durchtrieben und sexy die eine, krebskrank und deprimiert der andere, ein überharter Ex-Cop und ein altkluges Mädchen - das sind die Personen. Die Spannung, die zwischen ihnen entsteht, erzeugt ein ganz eigenes Bild des amerikanischen Lebens, ein Panorama aus Verdrängung und Halbwahrheit, aus Schwäche und Tristesse. Der Detektiv spürt die entlaufende Tochter der beiden Stars in Mexiko auf und verkorkst dennoch seinen Auftrag. Zwei Jahre später, inzwischen lebt er im Haus der Schauspieler, erhält er noch einmal einen kleinen Job - und gerät dadurch in ein Durcheinander aus Intrige, Angst vor der Vergangenheit und Rache, Erpressungen und Lebensbeichten, aus Knockouts und Schüssen aus dem Dunkeln.

Ein Reigen um alte Leichen im Keller, um überzogene Gegenmaßnahmen und um kleine Freundschaftsdienste zur falschen Zeit - darum geht es in Robert Bentons subtilem Film noir.Auch darum, daß selbst Gefühle, die offen gezeigt werden, nicht wappnen vor Angst und Argwohn gegenüber den Menschen, die man liebt. Benton zeigt mehrfach die strahlende Sonne über der Westküste; sobald seine Geschichte aber zur Sache kommt, konzentriert er sich auf dunkle Innenräume und auf Szenen der Nacht.

Ein besonderes Vergnügen bieten die Schauspieler: Paul Newman (als Detektiv) und James Garner (als tough guy im Hintergrund), Susan Sarandon und Gene Hackman (als ehemalige Filmstars). Es ist einfach berührend, diesen alten schönen Herrschaften zuzuschauen, wie sie all ihre alten schönen Sachen machen. Newmans Melancholie, Sarandons Tristesse, Hackmans Verzweiflung vorm Tode, Garners Zynismen: "Weißt du eigentlich, wie oft ich dich in den letzten Tagen nicht getötet habe?"

Benton bringt seine Figuren immer wieder dahin, sich im Gespräch noch einmal zu versichern, was sie im Grunde längst wissen: Liebst du mich? Sagst du auch die Wahrheit? Kann ich dir wirklich trauen? Es ist, als wollten sie mit lauten Reden die bösen Geister bannen. Selbst vorm Showdown steht die Aussprache - und das allerletzte Friedensangebot: "Wir könnten doch einfach fischen gehen!" Aber dann schießen sie doch aufeinander, und der, der überlebt, hat einen seiner seltenen Freunde weniger.

Kurz danach deutet der Detektiv auch dem todkranken Schauspieler ein paar der Zusammenhänge an, wofür der aber bloß ein Achselzucken übrig hat. "Recht oder Unrecht, Moral, Gesetz, das bedeutet dir wohl nichts?" Die Antwort: zunächst nur ein langer Blick, dann ein leichtes Lächeln. "Gestern hat mir meine Tochter gesagt, daß sie mich liebt."