Kazuyoshi Nomachi: Der Nil. Seine Landschaften, seine Menschen

Frederking & Thaler Verlag, München 1997

194 S., 190 Farbphotos, 39,90 DM

Für Reisende ist der Nil vor allem eins: touristischer Leitfaden durch Ägypten, an dessen Rändern sich von Abu Simbel bis Kairo die antiken Sehenswürdigkeiten aufreihen. Der japanische Photograf Kazuyoshi Nomachi hingegen folgte dem Verlauf des Nils auf seiner ganzen Länge, er begleitete den Fluß auf seiner Reise vom Victoriasee durch die Ruwenzori-Berge bis in den Sudan und zum Mittelmeer. Nomachi zeigt die Landschaften, die der Strom geprägt hat, die Schluchten, Seen, Wälder und Sümpfe. Besonders interessiert er sich jedoch für die Menschen, die an den Ufern des Nils wohnen, für ihren Alltag, der vom Fluß bestimmt wird, für ihr Leben im Wechsel von Trockenzeiten und Überschwemmungen. Armut, Hunger, Krankheit und Tod finden bei ihm nur am Rande Platz, Nomachis Photos sind vor allem ein Lobgesang auf die Völkervielfalt im Osten Afrikas. Dabei setzt er nicht auf vordergründige Exotik, aber er behält den Blick des Fremden bei, der auch in gewöhnlichen Verrichtungen wie der Haarpflege und dem Seilflechten das Besondere entdeckt.