Kennst Du das Land, wo die Zitronen blühn? Rom, Venedig, Florenz, bellissima, die Wiege abendländischer Kultur, eine Wonne für uns blaßwangige Sehnsüchtige, wenigstens in den schönsten Wochen des Jahres.

Den Italienern allerdings stellt sich dieses Fernweh nach Sonne und Süden anders dar. Die Essensreste der Touristen zieren die Spanische Treppe in Rom, ihre Kippen und Büchsen kullern über die florentinische Piazza della Signoria. Ein Feldlager, ein unwürdiges Spektakel, zürnen Italiens Stadträte zu Recht - und mögen sich an ihre Urahnen, an die alten Römer, erinnern.

Diese fürchteten die Barbaren aus dem kalten Norden. Die Zeiten ändern sich, statt mit Waffengeklirr kommen sie mit Wurstpapier. Rom, Venedig, Florenz, eine Lümmelecke für formvergessene Urlauber. Schluß, basta! Und so verbieten ihnen auch die Florentiner endlich, auf den Stufen des Palazzo Vecchio zu essen und zu trinken. Manche Touristen lassen einfach vermissen, was sie angeblich suchen - Kultur, Grazie, Stil. Ist es Zufall, daß die Barbaren sich schon diese drei Wörter von den Sprachen des Südens borgen mußten?