die zeit: Spielt das Unternehmen Nestlé eigentlich besonders gerne den Buhmann für die Lebensmittelbranche?

Hans Güldenberg: Wir haben nicht die Absicht, etwas Derartiges zu tun.

zeit: Sie bringen aber Anfang September den Schokoriegel "Butterfinger" auf den Markt. Auf der Verpackung steht: "aus gentechnisch verändertem Mais hergestellt". Da ist doch der öffentliche Aufschrei garantiert!

Güldenberg: Ich glaube nicht an eine solche Reaktion. Butterfinger ist ein völlig normales Produkt, das in den USA hergestellt wird. Nur können wir nicht mehr garantieren, daß dabei kein gentechnisch veränderter Mais verarbeitet wird. Das kann heute in den USA niemand mehr versprechen und bald auch nicht mehr in Deutschland. Deshalb deklarieren wir. Ab dem 1. September müssen nach der gültigen EU-Verordnung alle draufschreiben, was drin ist.

zeit: Nestlé ist der weltgrößte Hersteller verpackter Nahrungsmittel. Kann so ein potenter Konzern als Kunde nicht Druck auf seine Lieferanten ausüben, ihm gentechnikfreie Ware zu liefern?

Güldenberg: So eine Macht haben wir nicht, zumal wir bei Mais nur zu den kleineren Abnehmern zählen.

zeit: In jeder Umfrage spricht sich die große Mehrzahl der Deutschen regelmäßig gegen Genprodukte bei Lebensmitteln aus - kümmert Sie das nicht?