die zeit: Frau Steeger, im Film "Wilder Westen inklusive" reisen sie mit einer Gruppe durch Amerika. Würden Sie auch privat eine Gruppenreise machen?

Ingrid Steeger: Oh, nein. Ich reise doch nicht, um unter Deutschen zu sein.

Ich möchte etwas Fremdes kennenlernen. Natürlich kann es da schon mal sein, daß ich mit mehreren unterwegs bin. Gerade war ich mit einem Konvoi in Rumänien. Wir haben Hilfsgüter und Medikamente für aidskranke Kinder transportiert.

zeit: Das war sicher keine Erholungsreise.

Steeger: Oh, nein. Wir mußten im Schlafsack schlafen, es gab wenig zu essen und nachts kein Wasser. Und trotz der Umstände und der kranken Kinder war es eine tolle, intensive Zeit. Reisen muß für mich immer einen Sinn machen. Ich muß eine Aufgabe, eine Absicht haben. Und ich muß mit neuen Gedanken zurückkommen. Strandurlaub ist für mich nichts. Ich mag das nicht, so Schenkel an Schenkel zu liegen.

zeit: Was sucht man als Reisender in der Fremde?

Steeger: Also ich brauche es hautnah, aufregend und auch ein bißchen gefährlich. Man probiert sich in der Fremde in einer anderen Rolle aus. Das ist der Reiz. Und dann schaltet man total ab. Da ist der Alltag weit weg.