Die Feststellung, daß die Deutschen nicht mehr den Eindruck haben, geführt zu werden, ist zutreffend. Das liegt aber nicht am Verhältniswahlsystem, sondern an Helmut Kohl.

Norbert Kuhn, Wachtberg

Vollkommen absurd ist die Behauptung, das Verhältniswahlrecht sei eingeführt worden, um radikale Parteien auszuschalten

umgekehrt wird natürlich ein Schuh daraus: Das Mehrheitswahlrecht führt in der Regel ins Zweiparteiensystem, und nur im Verhältniswahlrecht haben kleine Parteien eine Chance auf Teilhabe.

Dr. Christian Naundorf, Bonn

Die Stärke des Mehrheitswahlrechts liegt nicht in: "ein Bürger, eine Stimme", sondern in: "ein Wahlkreis, ein Abgeordneter" oder, anders ausgedrückt: Nur die Stimmen für die erfolgreichen Kandidaten der Wahlkreise kommen zur Geltung, während die Stimmen der anderen Kandidaten (bis zu 65 Prozent aller Stimmen!) unter den Tisch fallen, darunter in schöner Regelmäßigkeit die Stimmen der kleineren Parteien. Und dann gibt es (wie leider immer) auch Nachteile: Wie leblos wäre ein mit Mehrheitswahlrecht gewählter Bundestag mit nur zwei Fraktionen (Union und SPD) und ohne Persönlichkeiten wie Joschka Fischer, Burkhard Hirsch und - ja auch - Gregor Gysi?

Jörg Goldkamp, Neumünster