Einmal hat es fast jeder getan: Einfach in den Bus, ohne zu bezahlen.

Peinlich wird es freilich, wenn die auffällig unauffälligen Kontrolleure dann doch unerwartet hinzustoßen und keine Chance mehr besteht, sich hinauszustehlen. Da helfen auch noch so schöne Ausreden oder treuherzige Augenaufschläge nicht. Auf die Schmach folgen Bußgeld oder gar eine Anzeige.

Nur die Rheinländer zeigen sich neuerdings umgänglicher. In Köln und Bonn können Täter seit kurzem zu "ehrlichen Kunden" werden. Kaufen sie ein Jahresabo für Bus oder Bahn, wird der Fauxpas elegant aus der Welt geschafft.

Zur Freude der Staatsanwaltschaft, die 1997 über 2200 solcher Strafanzeigen bearbeiten mußte.

Und auch die Bonner Stadtwerke und der Regionalverkehr Köln hoffen auf mehr Geld in der Kasse. Schließlich verlieren sie durch Schwarzfahrer jährlich sieben Millionen Mark. Von den seit Beginn des Projekts erwischten hundert Tätern zeigten bis jetzt allerdings nur zehn tätige Reue. Die anderen sollten die zwei Wochen Bedenkzeit nutzen - wäre doch richtig schade um das rheinische Modell!