Diesmal sollen die Ursachen für die geplante Preissteigerung die gute bis sehr gute und teilweise überfüllte Auslastung der Fernzüge sein! Eine wirklich geniale Begründung.

Eine Preisanhebung verbunden mit einer Verringerung des Angebots läßt sich vielleicht begründen, wenn eine Manufaktur von handgefertigten Schweizer Uhren oder ein Hersteller von roten Rennwagen mit "Machobonus" die Nachfrage dämpfen wollen, um die Exklusivität ihrer Pretiosen zu erhöhen.

Ein Unternehmen jedoch, das für ein Massenprodukt ausgelegt ist, kann auf eine Steigerung der Nachfrage nur durch die Erhöhung der Produktion reagieren. Daß die DB in diese Kategorie fällt, zeigt schon die Art ihrer Verkehrsmittel. Welche andere Funktion sollte ein Zug haben als den Massentransport? Nicht anders wäre die Sitution, wenn sich die Manager einer bekannten amerikanischen Bulettenkette oder der Chef eines Supermarktes entschließen würden, ihre Betriebe in einen exquisiten Gourmettempel zu verwandeln. Die Infrastrukturen dieser drei Unternehmen sind nun mal auf maximale Effizienz bei großen Stückzahlen ausgelegt.

Die Manager der Schweizer Bahn haben durch Angebotsverbesserung und Komfortsteigerung die Attraktivität ihrer Bahn verbessert und den Umsatz gesteigert. Auch Preissenkungen waren ihnen dabei als Instrument nicht unbekannt.

Um der DB eine ähnliche Zukunft zu eröffnen, scheint es notwendig' der aktuellen Führungsriege eine ihren Ideen entsprechende Zukunft zu ermöglichen. Als Chefs eines Taxiunternehmens können sie - mit unseren guten Wünschen versehen - gern ihr Glück versuchen. Ich jedenfalls werde mich schon mal auf einen der freiwerdenden Posten bewerben!

Peter Kröger, Schweinfurt