Allen ihre Söhne kompakt für ein legales Leben allein erziehenden und dabei von sozialdemokratischen Sozialarbeitern und -innen unterstützten Müttern gewidmet In der siebzehnten Etage Des Vorstadtplattenbaus Wo die Fahrstühle defeckt sind Und es riecht im Treppenhaus Stehn mittags am offenen Fenster Die Mutter und ihr kleiner Sohn Der Sohn kaut ein Sozialbrot Denn die Mutter ist ohne Lohn Sie schauen hinüber hinunter Zum Gefängnis im Volksmund Knast Der wie die Faust aufs Auge Dieser gar stigen Gegend paßt Im Hofe vom Gefängnis Da gehen Männer im Kreis Da fragt der Sohn die Mutter Ganz kleiner Frageweis Warum Mutti gehn diese Männer Im Hof dort drunten im Kreis Da sagt die Mutter Mein Junge Diese Männer bauten Scheihs Sie begehrt en Neikischuhe Und Pullover von Bennetton Und Armaniseidenbinder Und Cedees von Maikl Dschäkson Und Stonewashedjeans von Levis Und Swätshörts von A, B und C Und Heitekfeuerstühle Von Hokkaido und BMW Und Zeitmeßgeräte von Rolex Und Rosebuds von R olls Royce Ja gar den Schlüpfer Madonnas Und den Filzhut von Joseph Beuys Und Bundesligatishörts Mit der Goalgetternummer drauf Doch besaßen sie kein Geld nicht Und sagten sich Klau statt Kauf Und sie stahlen die schönen Dinge Und wurden dabei erwischt Und nun wird ihnen das Hamham Im Blechnapf aufgetischt Und wenn sie gegessen haben Dann müssen sie raus auf den Hof Und müssen im Kreise gehen Das find ich aber doof Sagt die Mutter unterbrechend Der Bub ganz altersweis Wenn ich mal größer bin danndann Dann bau ich keinen Scheih s Ich spar auf die schönen Dinge Ich zahle deren Preis Ich gehe die ehrliche Gerade Und nicht kriminell im Kreis Da wird einem ja ganz mulmich So dauernd herum im Kreis Neinnein ich gehe gradaus Ich weiß sagt die Mutter ich weiß Du kommst nicht nach deinem Vati Diesem Synonym für ethischen Schwund Dessen Trachten nur darauf gesinnt war Mich auf den Mund zu haun ohne Grund Du kommst nicht nach deinem Vati Der das ganze Haushaltsgeld Mit nicht erkaltender Fahne Trug in die Gastwirtschaftswelt Du k ommst nicht nach deinem Vati Der mich schließlich im Wochenbett Verließ zugunsten einer prallen Blondine aus dem Internet Und sie nimmt ihren Sohn in die Arme Und schließt das Fenster ganz leis Und lächelt verzaubert wissend Ihr Sohn geht nie im Kreis Eine Cohiba klagt Ich bin eine Cohiba Ich bin jung und rund und ich schiebe Dienst, ich, von Kubas Proletariat handgewickelte Hure In des Konquistadores Urenkel Mund O wie ich mich ekle Wenn er mich einführt In seinen vom Zerkaun der Kolonien blutigen Mund O wie ich ihn v erbrennen möchte den Hund Doch ich brenne am falschen Ende Und es labt sich an meinem Verbrennen der Hund Und ich und mein Zorn verbrennen Eine Handbreit vor seinem Mund Doch eines Tages wird sich die Chose wenden Frei ist dann der Nuckl und die Glut ist in seinem Mund.

Und ich verbrenne ihm die Höhle des Mundes bis hinunter zu der Stimme Bänder Daß er seinen Schmerz nicht hinauszuschrein vermag der Hund (Juan Carlos Barranco, 1949-1989, aus "Rauch und Feuer", Verlag Caracho, San Salvador de Cuba, 1968 übersetzt von Horst Tomayer) Tomayers Kleine Fahrraddiebhalsgerichtsordnung Daß die Welt dem unschuldigen Nichts nichts anderes ist denn tödliche Arznei Wer vermöchte hievon vornehmlicher zu künden denn der seit Aufdieplätzeachtungfertiglos in den Schluchten des Universums sich hoch drei Brechende Schmerzensschrei Von den Myriaden Schande über Schande auf die Zinnen des Massivs Mount Shameless häufenden Taten Aber ist das schändlichste Verbrechen in Zeit und Raum Die widerrechtliche Fortnahme fremden Fahrrad s von Kandelaber, Brückengeländer, Fahrradständer, Hauswand und Baum Ja, das schändlichste Verbrechen Ist das Fahrradschloßaufbrechen Ja, schlimmer als Kleinkinderficken, Robbenbabyentkleiden oder Hostienbespein Ist das Fahrradeigentümer/Fahrrad-Entz wein Ja, gemeiner denn der tückische Schlachter an der ahnungslosen Sau Handelt am Fahrradeigner der Fahrradklau Heilig Heilig Heilig ist das Eigentum am Fahrrad, jedoch der Fahraddieb Pißt, scheißt und kotzt aufs Sakrament, welches da heißt: Nimms nicht! Hab deinen Menschenbruder namens Fahrradeigner lieb!

Ja, Heilig Heilig Heilig ist das Eigentum an diesem köstlichen Gerät Doch grausamer als aller Kains und aller Neros aller Zeiten ist des Fahrraddiebes Bestialität Es war der Fahrradeigner vor der Tat Ja so unendlich glücklich mit seim Rad Ein süß lackiertes Ding mit dem (drei Blätter vorn, acht Ritzel hinten) er in Gänge kam Und das ihn selbstlos mit in Licht und Luft und Landschaft nahm Er hatte sie vom Mund sich abgespart Und stantepede nach der Probefahrt mit ihr gepaart Sie trug ihn se ither hoch den Harz, hinab die Rhön, durchs Altmühltal, den Elbdeichkamm entlang Sie trug ihn (kleine Stadtfahrt) hin zu Kino, Disco, Tennisplatz, Staatsbücherei und Fastfoodrestaurang Sie trotzte Scherben, Nägeln, Streusalz, Splitt Hielt an die L uft, gehorchte schnurrend jeder Schaltung, tapfer jedem Tritt Er dankte ihrs mit trocknem Unterstand, korrektem Pneudruck und manch Extraschmätzchen Öl Da kam der Fahrraddieb und nahm ihm das Juwel Von weitem schon gewahrte er - das Schloß? Geschändet! Und weg? Sie!

Da brach der Fahrradeigner wie von Tamerlans geschlossner Hand gefällt ins Knie Dieb! Ausgeburt! Du stürztest deinen Menschenbruder namens Fahrradeigner in marianengrabentiefes Leid?

So sei, du krumme Kreatur, von nun in alle Ewigkeit vermaledeit Und wisse nun: Die Tage sind gezählt und bald schon schlägt die Stund Hund, dir, fällst in die Häscherhände du dem Fahrraddiebstahlsrachebund Bist du, du Dreck des Drecks vor dem der Dreck sich graut, erwischt, winkt dir der Untat Lohn Und eine Mutter zückt das Zellstofftuch, um reinzuweinen in dasselbe im Zusammenhang mit dir, dem toten Sohn Bist du ertappt, so bist du, Schande, dran Und es klagt maghrebinisch laut ein Weib u m seinen toten Mann Bist du, vor dem sich ekeln Blutsturz, Raucherbein, Geschwür Gestellt, so sei gewiß, es kräht kein Wienerwaldhahn mehr nach dir Bist du sistiert, so hoff auf Gnade nicht Denn weder Recht noch Gnade, Rache nur, macht Sinn beim R addiebhalsgericht Soo aber, Raddieb, wirds geschehn Und es wird Schauder sein und nicht sein schön Raddiebscharfrichter, wird es heißen, walte deines Amts Und nimm sein Leben stückweis ihm, sein durch die Tat verdammts Ist sein Verbrechen nicht in seinem gierigen Geäug erblüht?

So sei ihm seine Optik mit auf tausend Grad erhitzten Speichen ausgeglüht Auf die von abgrundtief gemeinen Blicken Entleerten Höhlen pappe man zwei REMA TIP TOP Touring Fahrradflicken Hat er die Lenkerhörner nicht mit Diebeshand gepackt?

So seien ihm die Hände fein am Pulspunkt abgehackt Hat er, als er mit fremdem Rade flitzte, seine Arme nicht benutzt?