Schon länger wollen Bündnis 90/Die Grünen von ihrem Image weg, ein Haufen idealistischer Ökologen zu sein. Viele ihrer Umweltthemen versuchen sie deswegen mit marktwirtschaftlichen Argumenten zu untermauern. So zum Beispiel in der Energiepolitik: "Der Kunde will die freie Wahl haben", glaubt die umweltpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, Michaele Hustedt. Im Moment bestehe diese aber nur auf dem Papier. Mehr Wettbewerb auf dem Energiesektor ermögliche mehr Arbeitplätze, mehr Service für den Kunden und nicht zuletzt mehr Umweltschutz.

Zur Zeit aber sind die Leitungen noch in den Händen der alten Monopolversorger. Festpreise zur Stromdurchleitung alternativer Anbieter wie auf dem Telekom-Markt gibt es nicht. Überhöhte Einspeisungsgebühren und zahlreiche andere Barrieren machen es für kleinere Energieunternehmen derzeit noch unmöglich, sich am Markt durchzusetzen. "Bei einem rotgrünen Regierungswechsel werden wir uns für eine Regulierungsbehörde stark machen, die dafür sorgt, daß David gegen Goliath eine Chance bekommt", kündigt Hustedt an. Eine Umfrage der Zeitschrift Solarzeitalter Anfang dieses Jahres verdeutlicht, daß die Grünen mit ihrem Engagement beim Wähler richtigliegen.

Die 2000 Befragten gaben auf die Frage, was sie am meisten fasziniere, an vierter Stelle nach den Olympischen Spielen, Computern und der Fußballweltmeisterschaft die alternativen Energien an.