Die Kunst ist ja auch nur eine Familie, alles ganz eng und ziemlich verschmust. Man kennt sich, mag sich und tauscht auch gern einmal die Rollen.

Da ist zum Beispiel Robert Fleck, eine besonders multiple Persönlichkeit der Kunstfamilie. Fleck I verdingt sich als Kurator, der vor kurzem erst für die Luxemburger Ausstellung "Manifesta" wichtige Werke aus aller Welt zusammentrug. Fleck II ist der Kritiker, der in der jüngsten Ausgabe von art, dem Hochglanzkunst-Magazin, wunderbare Dinge über eine wunderbare Ausstellung in Nizza schreibt (auf Seite 89). Fleck III dann darf sich fast schon als Künstler fühlen - denn so hochgesungen wird er vom selben Magazin (auf Seite 90) für seine "Manifesta", die in der Presse ansonsten eher zerfleddert wurde. "Der documenta überlegen", preist hingegen der art-Vizechef und Ethoswächter Alfred Nemeczek das Werk seines Kuratorenkünstlerkritikers, schön schmusig.